Kein Einzelfall !
Bericht: Thomas Steen
Im letzten Jahr versuchte ich eine Hündin ankören zu lassen. Zwei Wochen vorher hatte ich diese Hündin in der Landesgruppe 1 ausgestellt. Die Schaubewertung ergab ein einwandfreies SG.
Also ging ich nichts Böses ahnend zur Körung mit der Meinung, daß mir mit einer Schaubewertung SG im anatomischen Bereich schließlich nichts passieren könnte. Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt!
Nach zwei bis drei Runden im Ring war nämlich die Körung für mich gelaufen! Ich wurde aus dem Ring geholt. Von Ankörung wollte der Körmeister nichts wissen.
Ich hatte zumindest noch das Glück, daß die Hündin jung genug war und damit nur zurückgestellt worden ist.
Da jedoch auf der von mir vorher besuchten Schau ebenfalls ein Kömeister gerichtet hatte, frage ich mich nun, mit welchem Maß hier eigentlich gemessen wird? Es kann doch nicht angehen, daß es innerhalb eines einzigen Vereins solche großen Unterschiede in der Beurteilung eines Hundes gibt! Weiter stellt sich nun auch die Frage, wozu denn überhaupt noch ein Schauergebnis notwendig ist, welches sich dann als völlig wertlos herausstellt? Darf das sein?
Nun ist es soweit, dass eine neue Körordnung aufgestellt werden soll. Die Ansätze klingen oberflächlich betrachtet, sehr gut. Sind dann aber nicht die Hunde, die kein Hochzuchtblut in sich tragen, wieder die Verlierer? Denn die Gebrauchshundeigenschaften zu beurteilen ist eine Sache für sich. Hier sollen sich wohl Leistungsrichter drum kümmern, aber so manch einer kennt Prüfungen, bei denen hinterher nicht mehr nachvollziehbar ist, wie dort einige Hunde bestehen konnten, weil es an den Triebqualitäten fehlte! Wenn dieselben Richter nun hinterher bei den Körungen die Gebrauchshundeigenschaften beurteilen, was würde dabei herumkommen? Zumindest muß gefordert werden, dass die Beurteilung der Hunde von der nördlichsten bis zur südlichsten Landesgruppe gleich ist!