Der Rücken des Gebrauchshunds


Drei Tage nach dieser Veranstaltung in Gießen-Allendorf überwiegt bei mir noch die Freude darüber, dass alles so gut gelaufen ist. Schon während der Vorbereitung haben wir sehr viel Unterstützung erfahren. Es war für Uwe Junker nie eine Frage, ob er referieren würde und sein Vortrag war eine Bereicherung für die gesamte Veranstaltung. Vielen der Anwesenden waren seine Aussagen klar, aber wann hören wir es schon einmal in dieser Form? Die anwesenden Tierärzte habe so richtig die Ohren gespitzt und ich denke, Uwe wird noch manches Gespräch zum Beispiel mit Herrn Dr. Tellhelm führen.


Herr Scheld hat uns großartig unterstützt. Er ist jetzt ein „Meister der Akustik“. Danke, Herr Scheld.


Dass die Bühne in einem Tonloch lag, konnten wir erst am Samstag feststellen, aber unsere Referenten haben sehr flexibel reagiert.


Die gesamte Helfertruppe hat hohes Engagement gezeigt und ich habe es sofort ausgenutzt und mich auf die Vorträge konzentriert.


Die Halle war voll! Sicher war nicht jeder Stuhl besetzt, aber bis mittags waren noch so viele Zuhörer gekommen, dass wir davon ausgehen, das weit über 400 Hundler gekommen waren. Das Wetter, das kann halt im Februar passieren, meinte es nicht besonders gut mit uns. Andererseits, bei gutem Wetter hätten wir Stühle dazu stellen müssen.


Die Halle war aber nicht nur gut gefüllt, es waren wirklich interessierte Teilnehmer gekommen. Ich möchte mich bei Allen für die Disziplin bedanken, mit der bis zum Nachmittag zugehört wurde. Sicher schlugen auch manches Mal die Wellen in der Diskussion hoch. Ich halte das für normal – schließlich geht es um ein Thema, das uns auch emotional stark berührt.


Disziplin auch von den Rauchern. Alle haben sich an unsere Bitte, im Saal nicht zu rauchen, gehalten.


Herr Dr. Lang und Herr Prof. Jaggy sind ein eingespieltes Team. Absolut medientauglich! Wir hatten schon am Vorabend vereinbart, dass sie die Moderation selbst übernehmen. Jeder konnte sich überzeugen, wie gekonnt sie die Fragerunden gestaltet haben. Durch den Wechsel von Dias, powerpoint-Präsentation und Videos, war der Vortrag lebendig und praxisnah. Jeder konnte sehen, wie ein CES-Hund läuft, Treppen steigt und in seinen Reflexen verlangsamt ist. Zu jedem Zeitpunkt wusste man als Zuhörer an welchem Punkt der Veranstaltung wir waren.


Was haben wir nun gelernt?


Ich fühle mich zu diesem Zeitpunkt noch überfordert, Schlussfolgerungen zu ziehen. Die uns plagenden Sorgen um die Gesundheit unserer Hunde im Bereich letzter Lendenwirbel/ Kreuzbein sind berechtigt. Sie betreffen neben anderen Rassen, großen aber auch mittelgroßen, sicherlich die gesamte Population Deutscher Schäferhunde. Die Auswirkungen stellen sich bei den Hunden unterschiedlich dar, aber z.B. Arbeitsbelastung ist keine Ursache, sondern „nur“ ein Beschleunigungsfaktor für die Symptome.


Die Ursachen müssen sehr differenziert gesehen werden. Man weiß schon viel, aber noch lange nicht alles. Man weiß in jedem Fall noch zu wenig, um jetzt aktiv zu werden. Was man im nächsten Schritt erforschen sollte, dafür haben die Referenten Vorschläge gemacht.


Es wird nun Aufgabe des Vereins, aber sicher auch jedes Einzelnen sein, die erhaltenen Information zu strukturieren und Schlussfolgerungen zu ziehen. Jeder Einzelne kann beim Hauptröntgen HD eine Seitenaufnahme der Wirbelsäule machen lassen, um für seinen Hund eine OCD auszuschließen (oder festzustellen). Nach bisherigen Erkenntnissen stellt das wohl 25% aller CES-Fälle beim DSH dar.


Der Frage des Auftretens von Übergangswirbeln beim DSH geht Herr Dr.Tellhelm im Auftrag des SV schon nach.


Wenn diese Veranstaltung für das Problem sensibilisiert hat, hat sich der Aufwand schon gelohnt. Ich denke, bei sehr vielen Hunden wurden seit Samstag die Reflexe überprüft und die Bewegungen kritisch verfolgt. Die Erwartungshaltung mancher Hundebesitzer gegenüber ihrem Tierarzt hat sich natürlich auch verändert. Wir haben uns sehr gefreut, dass so viele Tierärzte gemeinsam mit ihren Patientenbesitzern gekommen sind.


Eine Zusammenfassung aus etwas mehr Distanz wird es in der Zeitschrift „Der Gebrauchshund“ geben.


Zum Schluss noch einmal ein dickes Dankeschön an unsere Sponsoren ROYAL CANIN, Hundesport Schweikert, „Der Gebrauchsund“ und Chassot.


Für die internet-Interessierten: Wir haben ca. die Hälfte der Kartenbestellungen über die site www.gebrauchshund.de erhalten, im Januar wurde sie 11.000mal angeklickt.


Uns würden natürlich Rückmeldungen zu der Veranstaltung interessieren. Was habt Ihr mitgenommen, habt Ihr Konsequenzen für Eure eigenen Hunde gezogen, was war völlig neu für Euch, war der Rahmen der Veranstaltung okay, was erwartet Ihr jetzt von der Züchtergemeinschaft? Lasst uns im Gespräch bleiben.



Ursula Zabel

Schleiden, 06.02.2001